Parkhotel Vitznau, Schweiz

Das Parkhotel Vitznau ist ein um 1900 erbautes schlossähliches Hotel am Vierwalstädtersee in der Schweiz, das vor ein paar Jahren aufwändig restauriert und modernisiert wurde. In dem Hotel gab es drei Lichtschächte, die zu Liftschächten umgebaut wurden. Zwei davon haben ein Grundfläche von ca. 3,80 m x 5,5 m, sind 35 m hoch (über 9 Etagen) und werden von jeweils 2 Fahrstuhlkabinen befahren. Der dritte ist etwas kleiner und ca. 22 m hoch. Sowohl die Zugänge zu den Fahrstühlen, wie auch die Fahrstuhlkabinen wurden aus Glas gebaut, so daß man eine gute Sicht auf die beleuchteten Wände der Schächte hat. Alle drei Schächte wurden von uns in einem Langzeitprojekt bemalt – teilweise direkt auf die Wände und teilweise auf Spezialleinwände, die dann in die Fahrstuhlschächte eingeklebt wurden. Entwurf und Realisierung für alle Malereien: Helge Heberle und HD Wohlmann, Mitarbeit bei der Ausführung:….. Auftraggeber war die Parkhotel Vitznau AG.

 

Der kleinere Liftschacht: eine senkrechte Fahrt mit dem Fahrstuhl durch die Landschaft.
Einige wagemutige Individuen klettern in den Bergen oder springen von einem hohen Felsen in den See.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Entwurfsmodell

 

In dem zweiten Schacht fährt man im unteren Bereich über mehrere Etagen durch einen Magnolienbaum. In diesen Etagen befindet sich eine Spezialklinik für Schlaganfallpatienten, die in das Hotel eingebunden ist.

 

 

 

In den oberen Etagen dieses Schachts befindet sich das “Institut für strategische Kapitalmarktforschung”, ein Gemeinschaftsprojekt mit der Uni Zürich zur Erforschung der Börse. Ideengeber für unsere Bemalung war ein Gemälde von Jan Breughel d. J.: “Satire auf die Tulpomania” (Tulpenwahn) von 1637 über die Börsenspekultion. An Stelle von Menschen zeigt es Affen, die anderen Affen die durch Spekulation extrem im Preis gestiegenen Tulpenzwiebeln andrehen, deren Wert dann kurze Zeit später beim ersten Börsencrash der Menschheit auf Null abstürzt…..

 

Jan Breughel d. J., “Satire auf die Tulpomania”, um 1637, 31 x 49 cm

 

Nachfolgend sehen Sie ein paar Detail-Bilder, die in einem provisorischen Atelier auf 3 m hohe Leinwände gemalt, dann an die Schachtwände montiert und da ergänzt wurden.

 

 

 

 

 

Bei der Arbeit an dem Gorilla , der sich über die plötzlich wertlosen Tulpen ärgert

 

Blick in das provisorische Atelier

 

Die Gestaltung des dritten Liftschachts besteht aus einer Vielzahl einzelner Bilder – einige davon sind Zitate aus der Kunstgeschichte – und sie gehen thematisch auf das ein, was sich auf den jeweiligen Etagen befindet: in den oberen Etagen ist die Verwaltung des Hotels, eine Privatstiftung und weitere Geschäftsräume. Verbindendes Element ist ein Geldregen aus ca. 200 Gold- und Sibermümzen, die von weit oben bis auf den Boden des Schachts fallen. Sie fallen aus einem opulenten Gemälde von Veronese, welches Reichtum darstellt (…..). Des weiteren gibt es Etagen mit Hotelsuiten, Veranstaltungsräumen, Restaurants, dem Empfangsbereich und den Weinkellern. Nachfolgend zeigen wir Teilansichten zu einigen dieser Themen.

 

Detail des Entwurfes: auf dem Gemälde von Veronese schüttet Juno den Reichtum über Venedig aus, der dann zum Teil in den Liftschacht fällt…

 

Zur Orientierung: die Kopie des Veronese-Gemäldes in dem Liftschacht ist ungefähr 5 m hoch. Die Münzen haben einen Durchmesser von 10 bis 25 cm.

 

Diesen fast lebensgroßen Figuren begegnet man bei der Fahrt durch den Liftschacht. Die Aussicht von den Balkonen der Suiten um 1900 und heute unterscheidet sich kaum.

 

Blick vom Empfangsbereich in den Liftschacht mit einer Reminiszenz an den alten Musiksaal des Hotels vor über 100 Jahren.

 

 

vom Empfangsbereich kann man bis auf den Schachtboden sehen, wo die “heruntergefallenen” Münzen liegen. Die Amphoren weisen auf die Weinkeller des Hotels hin.

 

Helge Heberle bei der Arbeit im Atelier. Ich selbst sitze auf dem grünen Sofa

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